Wer sich allein auf die staatliche Unterstützung bei Berufsunfähigkeit verlässt, lebt riskant. Ein gesetzlich Rentenversicherter erhält selbst bei voller Erwerbsminderung nur etwa 30 Prozent seines letzten Bruttogehalts. Jeder vierte Erwerbstätige verliert während seiner Berufslaufbahn die Fähigkeit, seine Arbeit vollständig auszuüben. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ist also nötig, wenn man seinen Lebensstandard nicht erheblich senken möchte. Doch nur mit dem richtigen Vertrag hat man einen soliden Schutz.
Merkmale einer guten Berufsunfähigkeitsversicherung
Besonders wichtig ist, dass aus dem Versicherungsvertrag kein “abstraktes Verweisungsrecht” hervorgeht. Sonst darf vom Versicherten bei Berufsunfähigkeit verlangt werden, dass er einen beliebigen anderen Beruf aufnimmt, der ihm noch möglich ist. Eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung hingegen zahlt ohne Wenn und Aber schon bei 50-prozentiger Berufsunfähigkeit die vereinbarte Rente.
Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung beantragt, muss Gesundheitsangaben machen. Hierfür muss der Antragsteller Fragen zu seiner Gesundheit beantworten. Einige Anträge enthalten Fragen, die sich nur schwer beantworten lassen. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn besonders lange Zeiträume abgefragt werden, etwa zu bestimmten Erkrankungen in den letzten zehn Jahren. Macht der Versicherte eine lückenhafte Angabe, darf die Versicherung bei Berufsunfähigkeit den Vertrag kündigen.
Ebenfalls bedeutsam ist die “Nachversicherungsgarantie”, die im Versicherungsvertrag unbedingt enthalten sein sollte. Nur dann kann der Versicherte nach veränderten Lebensumständen (durch Heirat, Geburt, Berufswechsel u. a.) die Rentenhöhe ohne Gesundheitsprüfung anheben.
Nicht zu vernachlässigen sind die Themen Versicherungsdauer und Vertragslaufzeit. Aus der Versicherungslaufzeit geht hervor, bis zu welchem Alter Berufsunfähigkeit eingetreten sein muss, damit der Versicherte die Rente erhält. Dieses Maximalalter sollte möglichst hoch sein. In einigen Verträgen ist nur 55 als Höchstalter festgelegt. Wer solch einen Vertrag wählt und nach dem Maximalalter berufsunfähig wird, geht leer aus. Die Vertragslaufzeit definiert, bis zu welchem Alter man die Berufsunfähigkeitsrente bekommen kann. Auch hier gilt: Je höher das Alter, desto besser. Im Optimalfall erhält man die Zahlungen bis zum Beginn der
Altersrente, damit keine finanzielle Lücke entsteht.
Die Kosten beruhen auf persönlichen Faktoren, dem Leistungsumfang und der Kostenpolitik des Versicherungsunternehmens. Zu den persönlichen Aspekten gehören der Gesundheitszustand, das Alter und der Beruf. Diese Punkte sind entscheidend für das Risiko einer Berufsunfähigkeit. Je höher das Risiko und je umfangreicher der Versicherungsschutz, desto mehr muss der Versicherte zahlen. Dennoch ist oftmals der gleiche Versicherungsschutz zu sehr unterschiedlichen Preisen erhältlich.
In jedem Fall sollte man mehrere Tarife mit einem Versicherungsexperten gegenüberstellen, bevor man ein Angebot wählt. Ein Vergleich von Berufsunfähigkeitsversicherungen lohnt sich, wenn man einen soliden Schutz zu fairen Preisen erhalten möchte.
Quelle: www.berufsunfaehigkeit.com